Wo die Lebensmittel herkommen

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Am vergangenen Sonntag gab es für Interessenten eine Hofführung bei der SoLaWi Schellehof in Struppen in der Sächsischen Schweiz. Eine Stunde Radfahrt von Lockwitz und schon war ich da.

Foto: SoLaWi Schellehof


Zunächst hat Katrin mit uns Interessenten einen Hofrundgang gemacht, nachdem wir ein wenig darüber gesprochen haben, was die Solidarische LandWirtschaft ist. Ich stolperte gleich mal über den Begriff Pflanzenproduktion, der in der Runde auftauchte. Diesen Begriff kenne ich aus der DDR oder aus der konventionellen Landwirtschaft. Können die Menschen, die Gemüse anbauen, dieses Gemüse auch produzieren? Sie können pflanzen, wässern, Unkraut jäten, ernten. Aber produzieren?

Die SoLaWi Schellehof hat ein vielfältiges „Programm“: Rinder, Gänse, Hühner, Getreide, Kartoffeln, Gemüse, Brot, Brötchen und Lupinenkaffee. Das heißt also auch: viel Land. Denn die Tiere sind draußen auf der Wiese.

Nach dem ausführlichen Rundgang ging es ans Arbeiten. Astrid, die Frau über die Gewächshäuser, teilte uns die Arbeit zu. Ich musste zum Glück nicht jäten, wobei auch diejenigen, die damit beschäftigt waren, ihren Spaß daran hatten. In den Gewächshäusern war noch volle Gemüsezeit, insbesondere Salat.

Die Bedarfsanmeldung erfolgt jeweils fürs ganze Jahr, kleine Änderungen sind noch quartalsweise möglich. Der finanzielle Beitrag jedes Einzelnen ist nicht genau festgelegt, wobei bei der Bedarfsanmeldung zu sehen ist, welcher Beitrag in etwa erforderlich ist. Und die einzelnen Beiträge werden bei einer Geberrunde zum Gesamtbetrag für die SoLaWi.

Ein wichtiger Gedanke dabei ist, den Preis von den Lebensmittel weitgehend zu entkoppeln. Also wenn die Lebensmittel von der Verteilstation abgeholt werden, habe ich nicht Gemüse und Co im Wert von xx € in der Kiste sondern es ist mein Anteil an der Ernte.

Foto: SoLaWi Schellehof

Was hat mich bewogen, bei der SoLaWi einzusteigen (also im Moment stehe ich noch auf der Warteliste)?
Mein Gartenplan für 2021 war viel Salat im Garten zu ziehen. Das hat nicht wie erhofft geklappt. Einzig der Mangold gedieh richtig gut. Aber Tomaten – ich weiß nicht, ob ich dieses Jahr überhaupt welche gekauft habe – so grandios war der Ernteerfolg im Garten noch nie zuvor. Kartoffeln brauchen reichlich Platz und ich lege sie eigentlich nur noch auf „Nebenflächen“, wo es egal ist, ob sie Ertrag bringen oder nicht und nicht mehr in die Beete. Stangenbohnen gehen in meinem Garten auch wunderbar. Und Rhabarber, Johannesbeeren, Holunder, Brombeeren, Stachelbeeren und einiges mehr sind hier „heimisch“ und bringen mir mehr, als ich verbrauchen kann. Das Gemüse aber kam aus dem Supermarkt…

Mit der SoLaWi soll und kann das jetzt anders werden. Natürlich weiß ich im Moment noch nicht, ob die Ernteanteile meinen gesamten „Lebensmittelbedarf“ decken werden. Aber es ist ein Schritt in eine Richtung, die ich mir wünsche und die ich für sehr zukunftsfähig halte.