Herausforderung 2021

Veröffentlicht in: MännerBücherRaum | 1

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18.08.2021
Der Tag beginnt mit dem Weckerklingeln (Smartphonesummen) um 04:00 für meine Reise nach Wangerooge, die östlichste Nordseeinsel Deutschlands.
Das Anstrengendste an diesem Tag ist neben der langen Reise das fast durchgehende Tragen der Maske. Na gut, ich unterbreche mir das mit Besuch im Bordrestaurant. In Herlesiel dann die Überraschung: ohne Test komme ich nicht auf die Fähre. Also muss ich jetzt erstmalig einen fremden Menschen in meiner Nase bohren lassen. Das Testergebnis ist – ich hatte es nicht anders erwartet – negativ.
In Wangerooge angekommen werde ich von Tina, der Koordinatorin der Aktivitäten rund um die Kirche vom Bahnhof abgeholt und ins Quartier gebracht. 21 Uhr verschwinde ich im Bett – nur noch müde.

Die Inselbahn am Ziel

19.08.2021
Gut geschlafen. Morgenrunde durch den Ort, der Bäcker hat schon auf, ich trinke einen Cappuccino und esse ein Brötchen – Überraschung: ich muss mich in eine Liste eintragen incl. Abfrage 3G, obwohl ich draußen esse. Hier gibt es eine LucaApp, kenne ich nicht, will ich nicht. Mir schwant, dass es mit ählichen Besuchen hier bald mau aussieht. Aber ich kann ja togo kaufen und mich auf die Parkpank auf der anderen Straßenseite setzen.
Jetzt aber mal zum Thema: Herausforderung.
Ich habe hier die Unterkunft „frei“ – dafür soll ich am Tag 2 – 3 Stunden arbeiten. Eine Stunde davon ist schon fest geplant: von 18:30 bis 19:30 singe ich mit den Menschen, die Lust haben, dazu zu kommen.
Heute ware wir so um die 10. Es muss sich wohl noch rumsprechen. Ich habe einen Plan – aber bin auch ein wenig flexibel. Ist alles gut gegangen – jetzt gibt es das backstage – Bier…

Das Einladungsplakat

20.08.2021
Das war ein langer Tag. Eigentlich sollte ich am Vormittag dem Hausmeister im Garten helfen. Der war nicht zu finden und so blieb ich „in Bereitschaft“. Es versprach, ein sehr sonniger Tag zu werden. Mein Gesicht und der Hals hatten aber am Vortag schon „Sonne satt“ getankt und so hielt ich mich mehr im Schatten. Zusätzlich zum Abendprogramm war ein Beitrag von mir beim „Klang zur Nacht“ gefragt.
Das Abendprogramm sollte anders als am Vortag sein und ich hatte von Tina noch diverse Liederbücher bekommen und wurde dort auch gut fündig. Vor dem gemeinsamen Singen vor der Kirche gibt es in der Kirche die „Gute-Nacht-Geschichte für Kinder“. Es ist dann so, dass die Eltern mit ihren Kindern beim Singen vorbeischauen. Also muss auch was für die Kinder, mit den Kindern dabei sein.
Mein geplantes Startlied wurde dann kurzfristig zugunsten von „Streets of London“ gestrichen – auf Teilnehmer:innen Wunsch hin. Hier der Link zu einer sehr schönen neuen Fassung – mit Ralp McTell.
Der „Klang zur Nacht“ war eine leise Veranstaltung in der Kirche – und etliche Menschen waren gekommen. Für die „Aktiven des Tages“ gab es im Anschluss noch ein Glas Bier oder Rotwein im Klockhaus.
Was mir an dem Tag aufgefallen ist: wie die „aktuellen Vorschriften“ befolgt werden und manchmal mehr als das. Ich bin ein wenig verwundert. So ging es vielleicht auch den westdeutschen Besuchern in der DDR, als es sie noch gab. Wieso macht ihr das? Weil es Vorschrift ist. Und stört euch das nicht? Nein, wir haben uns daran gewöhnt. So geht es mir heute – als Ostdeutscher staune ich über die Einheimischen und Urlauber hier. Noch mal: es kommt keiner auf die Insel ohne 3G. Das scheint aber nicht zu genügen, es muss auch permanent bestätigt werden: Besuch im Innenraum nur mit der LucaApp. (was war das noch mal?) Ich mache mich nachher gleich mal schlau.

21.08.2021
Samstag – heute liegt keine Gartenarbeit an. Am Vormittag genieße ich 90 Minuten ein spezielles Yoga. Alle Bewegungen werden sehr langsam ausgeführt. Damit habe ich schon ein wenig Erfahrung – es tut mir gut. Am Anfang sitzen wir in der Stille. Ich komme in so tiefe Entspannung, dass ich fast im Sitzen einschlafe (im Sinne von völlig weg – Sein).
Für die Kirche wird ein neuer Pfarrer gesucht. Morgen hat ein Pfarrer hier seinen Vorstellungsgottesdienst und wir begegnen uns mehr zufällig. Am Abend werde ich mit ihm und seiner Frau noch zum Griechen gehen. Ich reserviere einen Platz, draußen, bin mir aber nicht sicher, ob ich nicht doch meinen „Status“ nachweisen muss. Recherchiere also – es gibt ein Testzentrum auf der Insel. Ich mache aber erst mal selber den Test – negativ. Ich buche einen Termin im Testzentrum und bin zur angegebenen Zeit dort. Das Testzentrum ist aber aus betrieblichen Gründen geschlossen. Gut so.
Am Nachmittag suche ich die Lieder für den Abend heraus. Das ist ein wenig herausfordernd, weil ich keine Ahnung habe, wer kommt, wie viele Menschen kommen, ob viele Kinder dabei sind. Irgendwann steht die Setlist. 18 Uhr stelle ich fest, dass die Gute-Nacht-Geschichte für die Kinder in der Kirche nur von Montag bis Freitag ist. Ja, vielleicht sollen die Kinder am Wochenende nicht so zeitig ins Bett?
18.30 beginnt das gemeinsame Singen, ein Mann ist gekommen und eine Frau sitzt weit entfernt. Ich ändere meinen Singplatz von der Kirche weg an die Straße ran und beginne zu singen. Der Mann ruft die Frau noch heran und später sprechen die Mitsänger, es werden langsam mehr, die Vorbeigehenden einfach an. Es ist also mehr eine Straßenmusik. Eine neue Erfahrung für mich.
Im Kopf war mir das schon klar, dass es nicht mehr reicht, etwas anzubieten und zu sagen: kommt. Mit dem Angebot zu den Menschen hinzugehen – das wird eine der Herausforderungen in Zukunft sein.
Am Abend beim Griechen: Der Pfarrer ist Männerpfarrer bei Dortmund, kennt den sächsichen Pfarrer Erik Panzig, der Pfarrer für Männer und Frauen, das Männernetzwerk Dresden mit der Männerschutzwohnung und war auch schon mal mit Bernhard beim Griechen in Eisenach. Aber das ist eine Geschichte für sich.

kleine Erklärung zur Setlist: sie hat mehrere Varianten, je nachdem, ob Kinder dabei sind oder nicht. Die Zahlen beziehen sich auf meine Volksliedersammlung, die 10 ist das schöne Lied: Zogen einst 5 wilde Schwäne). Aber das ist nur ein Rahmen und kam letztlich anders.

22.08.2021
Sonntag – und Ruhetag für mich. Frühstück mit dem Pfarrer und seiner Frau. Natürlich ist er ein wenig aufgeregt. Er macht aber den Gottesdienst ganz gut – soweit ich das von draußen verfolgen kann, denn coronakonform können nur ein Teil der Sitzplätze besetzt werden und die ganze Sache wird nach draußen übertragen. Anschließend Fragestunden. Dann gehn wir ins Klockhaus zum Tee – es gibt wirklich „nur“ Tee und keinen Kaffee schwatze ich mit diesem und jener. Bis in den Nachmittag hinein regnet es. Dann breche ich doch noch auf zu einer kleinen Wanderung Richtung Osten, entdecke einen „Seelenpfad“, Bauwerke, die ich nicht betreten darf – davon an einem späteren Tag mehr. Die Düne hat eine Zaun, das ist ja noch ok, ohne Verbote geht es wohl nicht. Aber warum das teilweise Stacheldraht sein muss, erschließt sich mir nicht. Ich gebe zu – ich reagiere allergisch auf Stacheldraht. Den gibts aber auch in „meinem Wald“, in der Schweiz und was weiß ich, wo noch überall. Werden solche furchtbaren Dinge – und Stacheldraht ist für mich ein furchtbares Ding – so schnell normal?
Am Abend spielen wir noch zu Viert Wizard, ein lustiges Kartenspiel. Ich werde Vierter – schnief.

Blick vom Damm zum Festland zurück

23.08.2021
Am Morgen endlich das erste Nordseebad. Sonniger Morgen und die Nordsee 19 Grad warm, das Wasser ist noch am Kommen. Am Strand spricht mich eine Frau an: ich saß gestern hinter Ihnen und komme aus Thüringen: Ich hatte in der Fragerunde eine Frage gestellt und für die abendliche Musik geworben. Nach den Worten: ich bin Manfred und komme aus Dresden der Kommentar: das hört man!
Nach dem Frühstück abzum Hausmeister, Abeit für den Tag abholen. Aber erst mal gings es zum Abschiedständchen für den Urlaubspfarrer und seine Familie. Zur verabredeten Zeit war er allerdings beim Bäcker – also wurde aus dem Irischen Reisesegen gleich mal eine kleine Straßenmusik.
(hier gehts zum Lied mit Kathy Kelly)
Dann aber ran an die Gartenarbeit – Wiese vom Laub befreien, Rasen mähen, ein Gebüsch, was vielleicht mal eine Hecke war oder werden sollte, schneiden. Erst mal schneiden und schauen, was es eigentlich sein soll. Morgen Andreas den Hausmeister fragen…
Dann auf preiswerte Mittagessensuche – ein Schild überzeugte mich:
Heute: Frikadelle + Kartoffelsalat, der Preis o.k. War lecker, auf Nachfrage nach dem Tagesgericht morgen: wir haben nur das eine Gericht. Heute ist immer.
Erinnert mich an den Witz von meinem Onkel Max, Bäckermeister in Löbau: Morgen gibts Freibier!
Am Nachmittag neue Setlist ausdenken und paar andere Lieder raussuchen. Das schöne Lied von Bettina Wegner „Sind so kleine Hände“ bekommt eine Premiere und auch eine einfache Version von James Blunts „You’re beautiful“. Wir sind eine kleine Runde, weil am Nachmittag auch „Drachenfest“ am Strand ist…
Für euch gibts jetzt ein feines Gute-Nacht-Lied, was ich gerade wiedergefunden habe.

Badelust am Nordseestrand

24.08.2021
Am Morgen bin ich wieder Beppo, der Rasenmäher, Heckeschneider, Fußwegrandfeger. Bei diesem Sommerwetter macht das sogar Spaß. Mittags ist Dienstberatung, was mehr eine Vorstellungsrunde ist mit dem Vertretungspfarrer, Tina der Allrounderin, Willem dem Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates und uns Sommergästen mit Angeboten. Helga bietet „Walk und Talk“ an, Ute am Vormittag ein langsames Yoga und am Abend eine Meditation, jeweils im Raum der Stille und das Pfarrerehepaar aus Werth (wo die echten „Werther“ herkommen) sind als Urlauberseelsorger da mit u.a. der Gute-Nacht-Geschichte für Kinder am Abend. Am Nachmittag gehts wieder zum Baden in die Nordsee. Dann erforsche ich ein wenig den westlichen Teil der Insel. Wangerooge ist in den letzten Kriegstagen 1945 bombardiert worden. Die Krater der 600 Bomben haben die Landschaft neu geprägt. Es gibt einen kleinen Gedenkfriedhof für die damals Getöten. Wangerooge hatte als Insel vor Deutschland Bunker und eine Flugabwehr und war deshalb Zielpunkt der Alliierten. Geschichte ist nie zu Ende.
Ich erforsche dann noch ein paar Nebenwege und vermute in der Ferne ein Vogelparadies. Der „Lärm“ von dort lässt mich dies vermuten. Zur Bestätigung macht sich dann auch ein größerer Vogelschwarm auf den Weg. Die Landschaft ist üppig, Blumen, Insekten, Schmetterlinge, ein Specht…
Am späten Nachmittag mache ich eine „öffentliche Probe“ auf der Wiese vor der Kirche, ein paar Leute kommen vorbei und ein Mann mit seinem kleinen Sohn nimmt sich Zeit zum Zuhören, der Junge wirft etwas in meinen Hut (für den Paradiesgarten).

25.08.2021
Am Vormittag ist das Wetter noch so einigermaßen freundlich, Beppo kann also seiner gewohnten Arbeit nachgehen. Ich arbeite neben der Kirche und von drinnen höre ich Orgelklänge – ziemlich querbeet, Danke für diesen guten Morgen, Halleluja, Volkslieder. Später kommt auch der Insulaner vorbei, der georgelt hat. Ich soll ihn am Tag noch mindestens einmal wiedersehen.
Das Wetter zieht immer mehr zu. Ich probiere mal paar neue Lieder aus – erst mal nur für mich: Angie, Take me home, country roads, The Night they drove old Dixie down (oh weh – so viel Text) und das Original von Wann wird mal wieder richtig Sommer (auch ganz viel Text….)
Die „Singstunde“ ist dann unterm Vordach vom Klockhaus – also halb draußen. Ein paar wenige Leute kommen doch vorbei. Ich soll mal was allein singen: Nightblindness von David Grey.
Am Abend gehen wir ins Brotway – eine pubähnliche Kneipe. Der Wirt legt für uns erstmal eine 80-er-Jahre-Scheibe ein (nicht „meine“ Musik) und dann kommt der Orgelinsulaner, der auch noch Gitarre spielt und hier am Abend den Entertainer gibt. Seine Gitarre ist etwas widerborstig beim Stimmen…
Der Wirt hat Kilkenny und auch einen Jameson. Sehr schöner Abend. Dann noch eine nette Geste beim Bezahlen: Ich habe nicht genug Geld und Karte geht nicht. „Ja, bezahl jetzt was und komm‘ morgen vorbei und bezahl den Rest“. Wow – das nenne ich mal Vertrauen!

Der Brotway auf Wangerooge

26.08.2021
Die Tage vergehen ziemlich wie im Flug. Am Vormittag ist Beppo unterwegs und kehrt, schneidet, häckselt. Mittagessen mal in der Unterkunft, wenn Ute Spaghetti gekocht hat oder auf der „Meile“. Wir Ehrenamtlichen sind in speziellen Zimmern im Pfarrhaus unterbracht, ein „Luxus“, den sich die Kirchgemeinde leistet. Ich wohne im Zimmer P2. Wir 3 Ehrenamtlichen, Helga, Ute und ich harmonieren ziemlich gut, Helga bietet „Walk and Talk“ an, Ute das langsame Yoga am Vormittag und die Meditation am Abend. Und zwischendurch sitzen wir auch mal in der Küche und klönen, wie man hier sagen würde.
Am Abend hat Alexander seinen Auftritt im Brotway, neben mir sitzt ein Mann aus Plauen, der jetzt in Wattenscheid arbeitet und sich nach seiner sächsischen Heimat zurück sehnt. Auf der anderen Seite 2 Frauen und ein Mann aus Köln, die Frauen waren beim Singen dabei und frieren eigentlich die ganze Zeit. Aber wir unterhalten uns nett. Dresden. Das ist immer wieder ein gutes Stichwort: der eine war schon mal da, die andere hat eine Freundin nordwestlich, wie hieß noch mal der Ort? Das ist eine gute Erfahrung – Dresden hat insgesamt einen guten Ruf und die Geschichten um Pegida spielen keine Rolle.

27.08.2021
Es ist ziemlich windig, aber sonnig. Aber schön genug, um ins Wasser zu gehen, wenigstens kurz. Es wird was von 16 Grad gesprochen, was ich aber für ein Gerücht halte. Gefühlt ist das Wasser wärmen. Schwimmen geht nicht, es kommt Welle auf Welle. Beim Singen sind wieder ein paar Kinder dabei und so sind die Lieder „Wenn du glücklich bist“, „Das Auto von Lucio“ und „Die Tante aus Marokko“ wieder im Programm. Eigentlich wollte ich am Anfang „Lebenszeit“ von den Pudhys spielen, entscheide mich aber dann spontan für „Über den Wolken“ von Reinhard May um – das ist einfach bekannter und „zieht“ eher.
Langsam gerinnt ein erstes Fazit zu meiner „Arbeit“ hier. Das Angebot ist (leider) nicht sehr bekannt. Das könnte zukünftig breiter kommuniziert werden. Auch fällt mir auf, dass es ein ziemliches Nebeneinander der verschiedenen Angebot gibt – jeder lebt so in seiner Blase. Das ist sicherlich auch in der Stadt so. Hier auf der Insel ist es aber (für mich) präsenter. Abends wieder ein Kilkenny bei Radek im Brotway.

28.08.2021
Das Wetter am Samstag lockt (mich) nicht zum Baden. Ich muss meinen Hut fest auf den Kopf drücken, damit er nicht wegfliegt. Mittags zu Kruse, dem Fischrestaurant. Ich esse aber draußen, um nicht den Anwesenheitszettel ausfüllen zu müssen. Ein lecker dunkles Kellerbier und Räucherlachs auf Reibekuchen. Viele nutzen die LucaApp, um sich anzumelden, auch beim Besuch in der Kirche. Naja, über die Wirksamkeit gabs in der Süddeutschen am 24.8. einen Kommentar …Meinung so aus der Runde, hier auf der Insel ist von Corona nicht viel zu merken. Stimmt, wenn ich das Maskentragen und die Anmeldung in Innenräumen ausblende, kann ich das auch so sehen.
Am Nachmittag mache ich die Setlist – sie sieht sehr anders aus als die vorherigen. Die Volkslieder sind nur noch am Rande, dafür aus den beiden Liederbüchern recht viele dabei. Wichtig finde ich immer den Startsong, denn der soll ja die Menschen anlocken. Diesmal habe ich mir „Fields of Gold“ von Sting ausgesucht. Das Besondere an der Musizierstunde ist, dass Jürgen, Helgas Mann und Vollblumusiker mit seiner Harmonika dabei ist und die Lieder locker mitspielt oder dazu improvisiert.
Der Pfarrer, der sich am Sonntag der Kirchgemeinde vorstellen wird, ist da und er hat die Idee, dass wir ein Lied im Gottesdienst begleiten sollen. Also probieren wir auch das noch aus. Am Abend gehts mal nicht ins Brotway sondern beizeiten ins Bett.

29.08.2021
Am Vormittag hat der 3. Pfarrer – hier sagt man Pastor – seinen Vorstellungsgottesdienst. Er hat gleich mal Jürgen und mich für ein Lied mit einbezogen. Jürgen am Piano, ich an der Gitarre und der Pfarrer übernimmt die Melodiestimme. Im Anschluss an den Gottesdienst die Fragerunde an den Pastor (und seine Frau) und dann noch eine Teerunde im Klockhaus.
Am Nachmittag kann ich endlich die „Ostumrundung“ der Insel machen. Das ist schön und bläst den Kopf frei. 17.30 Uhr treffen wir 3 Ehrenamtlichen – Helga, Ute und ich – uns zu einem Fazit unserer Angebote. Wir sind uns nicht so richtig sicher, ob das, wqas mir machen, von der Ortsgemeinde überhaupt gewollt wird. Wobei ich es mit der Musik, der Mitwirkung am Klang-zur-Nacht-Abend und am Gottesdienst es vielleicht noch am einfachsten habe. Was witzig ist, dass wir als Team wahrgenommen werden. Das war so nicht geplant und ist einfach entstanden – und hat sich bewährt, zumindest für uns Drei. Am Abend gehen wir noch zum Brotway, Radek hat ein wenig Zeit und erzählt uns: Neben dem Brotway putzt er noch Ferienwohnungen und kommt so im Sommer auf einen 16-Stunden-Tag. Im Winter ist er in Tansania oder Kenia und organisiert dort zum Beispiel kleine Fußballturniere für Kinder und Jugendliche. Die beiden Teams im Finale bekommen Fußballshirts und die Gewinner dann noch (gebrauchte) Fußballschuhe. Und er erzählt uns, wie er auch seine Fußballschuhe an einen 17-jährigen aus der „Verlierermannschaft“ verschenkt hat…Beeindruckend.
Nach unseren Besuchen in den letzten Tagen muss Radek jetzt seinen Kilkenny-Vorrat auffüllen…

Kirche und Alter Leuchtturm

30.08.2021
Mein Aufenthalt hier geht dem Ende zu. Am Abend soll das letzte gemeinsame Singen sein. Am Vormittag muss ich mir die Arbeit selber suchen; bei „Kirchens“ ist der Montag der „kleine Sonntag“. Aber ich finde was zu tun. Es ist allerfeinstes Wetter, die Nordsee lädt zwar nicht zum Schwimmen aber zum Wellen-Genießen ein. Und: die Wellen schubsen schon ordentlich hin und her.
Am Abend noch ein witziger Anruf. J. ruft mich an, er schafft es nicht, ist jetzt erst gerade aus der Arbeit raus. Beim Nachfragen stellt sich raus, dass er davon ausgegangen war, dass ich vor der Dresdner Nikolaikirche singe (wo ist die?- keine Ahnung). Also, da wird er es wohl wirklich nicht rechtzeitig bis zum Singen schaffen. Aber es gibt eine Idee für später und in Dresden.
Zum Singen sind wir am Anfang zu Fünft, Jürgen ist wieder mit seiner Harmonika da. Irgendwie können wir doch noch eine Familie, Mutter, Vater, 2 Jungs gewinnen und es wird eine sehr lustige Stunde.
Ein richtig guter „Stimmungsmacher“ ist der Lachkanon, sehr leicht zu lernen, erfordert wenig Notenkenntnisse und auch der Text ist rasch lernbar (ich habe ihn im Internet nicht gefunden, nicht diesen einfachen, den wir „gesungen“ haben. Also: entweder anfragen oder demnächst vorbeikommen.
Am Abend schaue ich mir das Video vom Erbsenzähler an. (Ich wollte es verlinken, die neue Mitteilung heißt aber:
Dieses Video wurde entfernt, weil es gegen die Community-Richtlinien von YouTube verstößt.)
Kein Kommentar.

Wagenpark am Bahnhof

31.08.2021
Abschiedstour durch den Ort.
Allerletztes Gemeinsames Singen (heute Morgen spontan entschieden).
Sachen packen.
Ausklang bei Radek im Brotway.
Vielleicht in einem Jahr wieder oder ganz anders?

01.09.2021
Definitiv der Tag der Abreise. Ab morgen streiken die Lokführer. Zeitig aufstehen und Sachen packen, um rechtzeitig am Bahnhof zu sein. Dort gibt es einen schönen Sonnenaufgang zu sehen.
Die Reise wird lang, fast 11 Stunden mit Maske. Ich nutze jede mögliche Unterbrechung. Nach Inselzug, Fähre, Bus und Regionalzug ab Oldenburg mit dem IC nach Leipzig. Dort gibt es immerhin einen kleinen Snackservice. Die letzte Strecke von Leipzig bis Dresden mit dem ICE. Aber auch hier ist das Bordrestaurant eine Enttäuschung: das Bier nur aus der Flasche und zu essen grade mal ein Croissant – „aus bekannten Gründen“ wird mir erklärt. Also Prost.

Abschied von Wangerooge

02.09.2021
Am Morgen ein Rundgang durch den Garten. Er ist zwei Wochen auch ganz gut ohne mich klargekommen. Meine Herausforderung 2021 ist zu Ende – oder zumindest der Teil auf der Nordseeinsel Wangerooge. Hier warten vielleicht neue Herausforderungen, wer weiß. Auf jeden Fall endet hier mein Bericht. Danke an alle, die mitgelesen haben. Gern auch Kommentare.
Der Erbsenzähler ist doch wieder zu finden, mal schauen, wie lange.
Herzliche Grüße
Manfred.

Letzter Beitrag

  1. Chirlu Mai

    Am Abend schaue ich mir das Video vom Erbsenzähler an. (Ich wollte es verlinken, die neue Mitteilung heißt aber:
    Dieses Video wurde entfernt, weil es gegen die Community-Richtlinien von YouTube verstößt.)
    …..
    Es ist wieder online und zumindest gestern abrufbar!

    => https://youtu.be/MgbG3mdF1pc

    Herzlich Grüße und vielen Dank für deine Berichte und Impulse!
    Chirlu

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