Quelle: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.

Dank gibt dem Tun eine Richtung

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„Unser Christsein wird heute nur in zweierlei bestehen: im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen. Alles Denken, Reden und Organisieren in den Dingen des Christentums muß neu geboren werden aus diesem Beten und diesem Tun.“ Dietrich Bonhoeffer im Mai 1944.

Es hat seinen Grund, warum Dietrich Bonhoeffer das Beten als erstes nennt: im Gefängnis war ihm das Tun des Gerechten nur beschränkt möglich. Aber vielleicht ist das auch eine christliche Haltung, dass das Beten vor dem Handeln steht. Es gibt da so einen Spruch:
„wenn du am Tag viel zu tun hast musst du am Morgen lange beten“. Die Realität ist oft, dass wegen der vielen Dinge, die wir vorhaben, das Beten am Morgen oder auch eine andere Form der Besinnung zu kurz kommt.

Wir beginnen unsere Männertreffen oft mit einer großen Dankrunde: der Dank am Anfang soll dem Treffen die Richtung geben. Und wir danken da sehr umfassend: den Menschen, den Tieren, den Pflanzen, den Elementen und dem Universum / Gott.

So könnte auch der Tag beginnen – mit einem reichlichen Dank:
für das morgendliche Vogelkonzert, für das gute Erwachen, die Vorfreude auf den Morgenkaffee – und was weiß ich, worüber Mensch sich am Morgen freuen, wofür er/sie dankbar sein kann.

Der Dank am Morgen könnte dem Tag die Richtung geben – für das, was zu tun ist.

Bonhoeffer nennt als Zweites das Tun des Gerechten unter den Menschen. Was kann mein Tun des Gerechten heute sein, was trägt zu mehr Gerechtigkeit bei? Ich würde den Passus „unter den Menschen“ gern auf „in der Welt“ erweitern. Nicht nur die Menschen brauchen mehr gerechtes Tun sondern meine gesamte Mitwelt.

Eine Bedrohung wie die durch Covid 19 – die nehmen wir sehr ernst und wir tun viel zu unserem persönlichen Schutz und auch aus Mitgefühl (Nächstenliebe) den anderen gegenüber. Gleichzeitig akzeptieren wir die Verringerung der Artenvielfalt – als wenn es Zeit hätte, sich damit später zu beschäftigen.

Das Tun des Gerechten kann heute in ganz kleinen Schritten bestehen. Dazu will ich mich gern jeden Tag neu ermutigen (lassen).

(Bildquelle D. Bonhoeffer: website der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.)