Schwellenraum – Zeit des Übergangs

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Es gibt Schwellenraumzeiten im Leben: der Eintritt in die Schule, der Übergang vom Kind zum Jugendlichen, vom Jugendlichen zum Erwachsenen, den Eintritt in eine Arbeit…

Ich befinde mich in einem Schwellenraum – den Übergang von der Arbeit in die Zeit nach der Arbeit. Da heißt es Abschied nehmen: von den Kolleginnen und Kollegen und von vielen anderen Menschen, mit denen ich in den letzten Jahren beruflich und manchmal auch darüber hinaus zu tun hatte. Ich habe dies mit einem Fest gefeiert, einem „sich gegenseitig Danke sagen“ – Fest. Das war gut und wichtig für mich, diesen Übergang auch zu feiern. Etwas geht zu Ende und etwas beginnt.

Von dem was beginnt habe ich nur eine vage Vorstellung. Es ist wie ein Tasten im Nebel, ein Ausprobieren, bestätigen, verwerfen alter und neuer Gewohnheiten. Es ist eine Zeit mit sehr viel Gestaltungsspielraum. Ich kann an Arbeiten auch mal länger dran bleiben, ich kann Freunde besuchen oder meine Enkel, im Garten werkeln, in die Natur gehen, Musik machen, meiner Intuition folgen.

Beziehungen verändern sich – der Kontakt zu den – jetzt ehemaligen – Arbeitskollegen wird weniger und mir ist klar, dass ich selbst jetzt viel mehr für neue Begegnungen verantwortlich bin. An dieser Stelle trifft sich nun mein persönlicher Schwellenraum mit einem kollektiven Schwellenraum:

Die Welt befindet sich in einem Schwellenraum – es wird kein Zurück zu einem Zustand, wie er gewesen ist, geben. Der Schwellenraum lässt sich nicht mit einer „freiwilligen“ Massenimpfung auflösen. Aber genau das scheint mir der Plan aller sichtbaren Anstrengungen zu sein: Mit einem Impfstoff zurück zu dem, was vorher war. Ich befürchte, dass dieser Plan nicht aufgeht. Weil ein paar grundlegende Wahrheiten einfach nicht akzeptiert werden wollen. Wir kennen sie als die harten Wahrheiten aus der Initiation:

Das Leben ist hart.

Du wirst sterben.

Du hast nicht die Kontrolle

Du bist nicht wichtig.

Dein Leben dreht sich nicht um dich.

Ja – es gibt eine Fortführung dieser harten Wahrheiten – aber erst nach der Schwellenzeit. In der Schwellenzeit muss ich mich den harten Wahrheiten stellen und sie fordern mich total heraus.

So ist eigentlich auch die Gesellschaft herausgefordert – und sie ist nichts von mir Getrenntes, ich bin ein Teil von ihr. Als Gesellschaft wollen wir diese Wahrheiten nicht akzeptieren – also akzeptieren wir alles, was ein Zurück aus dem Schwellenraum scheinbar möglich macht. Das wird sich als Irrtum heraus stellen. Wir müssen uns den harten Wahrheiten stellen.

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