Fliegen in V – Formation

„Im nächsten Herbst, wenn du die Gänse in einer V-Formation gen Süden fliegen siehst, magst du dich an das erinnern, was die Wissenschaft über die Ursache dieser Flugweise herausgefunden hat.

In dem Moment, wenn einer der Vögel mit den Flügeln schlägt, erzeugt er einen Aufwind für das direkt hinter ihm fliegende Tier. Fliegen sie alle in einer V-Formation, so erhöht die ganze Schar ihrer Reichweite gegenüber einem allein fliegenden Vogel um 71 %.

Wenn eine Gans aus der Anordnung herausfällt, fühlt sie sofort den Luftwiderstand und die Anstrengung, allein zu fliegen…

…und begibt sich flugs wieder in die Formation, um den Vorteil des Aufwindes der Vordergans zu nutzen. Wird die Leitgans müde, zieht sie sich in einen der Ausleger der Formation zurück und eine andere Gans übernimmt die Spitze. Die Gänse am Ende schreien dabei, um die in den vorderen Positionen zu ermutigen, das Tempo aufrecht zu erhalten.

Wenn schließlich – und das ist wichtig – eine Gans krank oder von einem Gewehrschuss verletzt wird und deshalb aus der Gruppierung fliegt, scheren zwei andere Tiere aus und geleiten sie zur Erde, um ihr Beistand und Schutz zu gewähren. Sie bleiben bei der gefallenen Gans, bis diese wieder in der Lage ist zu fliegen oder stirbt. Erst dann setzen sie sich wieder in Bewegung, zu zweit oder mit einen anderen vorbeiziehenden Schar, um Anschluss an ihre ursprüngliche Gruppe zu finden.“

aus: Der große Rat von Jack Zimmerman & Virginia Coyle, S. 368

Nachdem ich diese Geschichte heute morgen gelesen hatte musste ich auf dem Weg zur Arbeit gleich mal wieder Radfahren im Windschatten ausprobieren…